Ärztliche Versorgung in den Ortsteilen Amstetten prekär

Seit August des Vorjahres ist aufgrund der Pensionierung von Dr. Lepold Klem die Planstelle eines Allgemeinmediziners im Ortsteil Mauer-Greinsfurth nicht besetzt. Die Stadt hat daher bereits im Jahr 2018 alles daran gesetzt, wieder einen „Hausarzt“ für die Bevölkerung nach Mauer zu bekommen. Leider blieben diese Bemühungen bislang erfolglos.

Das vergangenes Jahr seitens des Landes NÖ angekündigte Primärversorgungszentrum im NÖ Landesklinikum Mauer ist auch noch nicht umgesetzt. „Wir haben gehofft, dass bei zeitnaher Umsetzung dieses Projektes etwas Entlastung im Ortsteil entstehen hätte können“, so OV GR. Bernhard Wagner.

Auch die Situation im Ortsteil Ulmerfeld-Hausmening-Neufurth spitzt sich zu. Drei Allgemeinmediziner sind dort grundsätzlich tätig. Leider ist ein Arzt seit Oktober 2018 in Krankenstand und es wurde für keine Vertretung gesorgt.
Derzeit sind somit zwei Ärzte für das Einzugsgebiet der beiden Ortsteile mit insgesamt rd. 7.900 Einwohnern erste Anlaufstelle. „Unsere Ärzte geben ihr Bestes, aber sie sind mehr als an der Grenze des Leistbaren“, so OV GR. Egon Brandl, der über laufende Beschwerden aus der Bevölkerung berichtet.

„Die Hausärzte vor Ort sind nach wie vor die erste Anlaufstelle für die PartientInnen. Daher ist eine flächendeckende Versorgung unabdingbar, vor allem für jene Menschen, denen es nicht möglich ist, lange Anfahrtswege zu bewerkstelligen. Wir appellieren daher an die zuständigen Stellen, zeitnah die Planstelle in Mauer zu besetzen und auch eine Vertretung für den erkrankten Arzt in Ulmerfeld-Hausmening-Neufurth zu senden“, so Bürgermeisterin Ursula Puchebner.

Dieser Tage haben sich die SP-PolitikerInnen sowohl an die Ärztekammer NÖ sowie an die Gebietskrankenkasse NÖ mit ihrem dringenden Ersuchen gewendet.

„Es ist uns bewusst, dass die Situation im niedergelassen Bereich nicht einfach ist. Dennoch können so große Gebiete wie unsere Ortsteile nicht unterversorgt bzw. unversorgt bleiben“, appellieren die SP-PolitikerInnen an die zuständigen Stellen.

„Wir haben auch bereits Kontakt mit LR. Ulrike Königsberger-Ludwig aufgenommen und um Unterstützung gebeten“. Die SP-Politiker können sich auch vorstellen, bei Ansiedlung eines neuen Arztes, bei Investitionen in den Ordinationsräumlichkeiten finanziell unter die Arme zu greifen. „Wir müssen mit allen Mitteln versuchen, Ärzte zu bewegen sich bei uns nieder zu lassen. Hier geht es um die ärztliche Grundversorgung der Bevölkerung vor Ort .Unsere Ärzte geben derzeit alles, aber auf Dauer ist diese Situation sowohl für die ÄrztInnen als auch für die PatientInnen unhaltbar“, so die SP-MandatarInnen.